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Tausende gegen Atomkraft

So 18.09.11 - 12:30 hQuelle: Westdeutscher Rundfunk Köln (wdr), eigener Bericht by WiVo

Im Westen wieder Tausende gegen Atomkraft
Stoppt die Atom-Hasardeure mitten in Europa

Mehr als 2.000 Menschen aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Lëtzebuerg haben am vergangen Samstag mit einer großen Demonstrationen die sofortige Abschaltung der Grenznahen Uralt AKW in Tihange/Maas und Cattenom/Mosel gefordert. Das noch immer in Betrieb befindliche störanfällige Schrott-AKW Tihange in der Wallonie gefährdet schon seit über als 30 Jahren weit mehr als 2 Millionen Menschen in der dicht besiedelten Euregio rund um Lüttich, Maastricht und Aachen.

Die drei Uralt-Reaktoren im AKW Tihange sind überdies besonders durch Erdbeben gefährdet. Nur wenige Jahre nach dem großen Erdbeben von Roermond, das im Gesamten Maas- und Rheinland und in der Kölner Bucht erhebliche Zerstörungen angerichtet hat - ist die gleiche Region um Liege, Maastricht und Aachen bis hin nach Köln erneut von einem Erdebeben erschüttert worden, das selbst noch in Koblenz deutlich zu spüren war.

Auch DIE LINKE in der rheinland-pfälzischen und der nordrhein-westfälischen Eifel und in Aachen, Stolberg, Düren und Euskirchen hat wiederum energisch die sofortige und endgültige Abschaltung der tickenden Zeitbomben in Tihange und Cattenom verlangt und zu den Demonstrationen und Protesten aufgerufen. Besonders makaber ist auch, dass die belgische Zentralregierung schon 2005 die endgültige Stilllegung von Tihange beschlossen hat, bis heute aber immer noch nichts geschehen ist.

Da die belgische Zentralregierung in Brüssel aufgrund der seit Jahren anheltenden inneren Konflikte in Belgien sehr instabil und nahezu handlungsunfähig ist, sind nach Berichten des Westdeutschen Rundfunks wdr bisher nicht einmal Vorbereitungen zur Umsetzung dieses Beschlusses getroffen worden. Der belgische Energiegigant Electrabel, AKW-Betreiber in Tihange, tut einfach so, als wäre nichts, ignoriert auch weiterhin alle Gefahren und macht keinerlei Anstalten zur endgültigen Abschaltung der tickenden Zeitbomben in Tihange. Electrabel kassiert Jahr für Jahr einfach weiter riesige Profite und sieht gelassen zu.

Auch an der bekannten Moselbrücke zwischen Perl (D) und Schengen (L) im Dreiländereck Lorraine, Lëtzebuerg und Deutschland (SaarLorLux) haben sich zur gleichen Zeit fast tausend Demonstranten gegen das unmittelbar im Grenzgebiet liegende marode Uralt-AKW Cattenom versammelt.

Unterstützt durch Stilllegungsresolutionen und viele Tausend Unterschriften besorgter Bürgerinnen und Bürger aus nahezu allen lëtzebuergischen, französischen und deutschen Städten und Gemeinden in der europäischen Großregion rund um Trier wurde auch in Perl und Schengen die sofortige und unwiderrufliche Abschaltung der maroden Uralt-AKW in Cattenom und Tihange gefordert.

Ökologische Plattform und Regionalverband Eifel-Mosel der LINKEN fordern mit Nachdruck, endlich alle AKW in der von Millionen bewohnten europäischen Zentralregion unwiderruflich abzuschalten. Jeder weitere Betriebstag steigert die Gefahren für die dort lebenden Menschen, für ganz Europa und auch für zukünftige Generationen. Tschernobyl und Fukushima sind ein Menetekel, das man nicht länger ignorieren darf. Die hemmungslose Profitgier und das Hasardieren der Energiegiganten und Atomkonzerne muss ein für alle mal beendet werden.

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